Patenschaft zum Mij-Boot Herten
 

Patenschaft zum Mij-Boot Herten

Geschichte der Patenschaft zum MiJ-Boot HERTEN

 
 
Die über Jahre erfolgreiche Patenschaft zum SM-Boot JUPITER war Grundlage für die Fortsetzung bei einem neu in Dienst zu stellenden Boot der Marine. Der Rat der Stadt Herten stimmte diesem Antrag mit großer Mehrheit zu, obwohl von einer der im Rat vertretenen Fraktion eine Patenschaft zum damaligen Green-Peace-Schiff RAINBOW WARRIOR befürwortet wurde. Ausschlaggebend war sicherlich auch die Tatsache, dass der JUPITER-Nachfolger den Namen der Patenstadt tragen sollte.
 
 
Anfang der 1980-er Jahre definierte die Marine eine taktische Forderung für die Nachfolge der SM-Boote der SCHÜTZE-Klasse. Mit den Definitionsstudien wurden die Firmen AEG und MBB beauftragt. Die erste Bezeichnung des neuen Bootstyps war „Minenkampfboot Klasse 343“. Auf Intervention der zukünftigen Patenstädte wurde dies in die bewährte Bezeichnung „Schnelles Minensuchboot Klasse 343“ geändert. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass die neuen Boote in der ersten Planung das neu aufzustellende 2. Minensuchgeschwader bilden sollten. Als Heimathafen war Emden geplant.
Am 16. Juni 1988 erfolgte dann für das zukünftige SM-Boot HERTEN unter der Baunummer 3549 die Kiellegung auf der Krögerwerft in Rendsburg-Schacht-Audorf. Der Stapellauf erfolgte am 21. Dezember 1989. Als Taufpatin war die Gattin des damaligen Bürgermeisters der Stadt Herten Willi Wessels, Frau Karin Wessels. Die Delegation von Rat und Verwaltung der Stadt wurde von einer starken Abordnung der Marinekameradschaft begleitet. Allen Teilnehmern sind die Taufe und das anschließende Essen im Hotel „Pelli-Hof“ in Rendsburg noch in sehr angenehmer Erinnerung. Ab dem 20. September 1990 erfolgte dann in Eckernförde der Funktionsnachweis mit der Indienststellungsbesatzung. In dieser Zeit besuchte bereits eine Abordnung des Bootes unter Führung des zukünftigen Kommandanten KptLt Thies-Peter Warkentin die Patenstadt. Mit dabei war auch der damalige wehrpflichtige Gefreite Jörg Abraham, der bislang erste und einzige Hertener an Bord des Patenbootes. Die feierliche Indienststellung erfolgte dann am 26. März 1991 an der Versorgungspier im Marinestützpunkt Olpenitz für das 5. Minensuchgeschwader. Aus der Patenstadt waren rund 50 Vertreter von Rat und Verwaltung der Stadt und der Marinekameradschaft unter ihrem Vorsitzenden Karl Hildebrandt angereist, um „ihrem“ Patenboot und der Besatzung allzeit eine glückliche Fahrt in friedlichen Zeiten zu wünschen. Nach der Außerdienststellung des früheren Patenbootes JUPITER im September 1989 hatte für die Marinekameradschaft, dem eigentlichen Träger der Patenschaft, die Zeit ohne Patenboot begonnen. Diese „Durststrecke“ konnte mit der Indienststellung der HERTEN beendet werden. Man brannte förmlich darauf, das neue Patenboot während einer Seefahrt zu erleben. Wegen diverser Ausbildungsfahrten und eines Werftaufenthalts in Rendsburg konnten die Marinekameradinnen und Marinekameraden erst im Spätsommer 1992 erstmals das Seeverhalten des neuen Bootes erproben. Das Fazit: besser, größer, schöner! Nur: die Yacht-Atmosphäre des aus Holz gebauten früheren Patenbootes JUPITER wurde anfänglich vermisst. Im Gegenzug besuchte die Besatzung ihre Patenstadt zum Marineball. Die seit 1961 bewährte Patenschaft hatte somit ihre Fortsetzung gefunden. Seitdem gab es viele gegenseitige Besuche. Besondere Kontakte zum Schiff und zu seiner Besatzung pflegt die Marinekameradschaft Herten/Westerholt 1908 e.V. Sie kümmert sich um die Organisation der Fahrten sowie die Unterbringung und Verpflegung der jeweiligen Besatzungsmitglieder in Herten und der näheren Umgebung. Ein Highlight ist sicherlich der jährlich stattfindende Marineball im Hertener Glashaus, der ebenfalls von der Marinekameradschaft organisiert wird.
Am 30. Juni 2016 erfolgte im Marinearsenal Kiel die Außerdienststellung des Minenjagdboots HERTEN. Neben den ehemaligen Kommandanten (nur zwei fehlten) und vielen ehemaligen Besatzungsmitgliedern nahm auch eine Delegation aus der Patenstadt von Rat und Verwaltung, sowie eine Abordnung der Marinekameradschaft unter Leitung des stellvertretenden Vorsitzenden Ulrich Dunker teil. Die Patenschaftsurkunde und Traditionsgegenstände wie die letzte Dienstflagge, sowie die Schiffsglocke, ein Namensschild und das Bootswappen wurden den Vertretern der Stadt Herten übergeben. Damit endete eine über 25 Jahre währende, fruchtbare und intensive Patenschaft zum Minenjagdboot HERTEN.



 
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