Patenschaft zum SM-Boot Jupiter
 

Patenschaft zum SM-Boot Jupiter


Geschichte der Patenschaft zum
SM-Boot JUPITER


 
Am 01.09.1959 wurde auf der Werft der Gebr. Schürenstedt in Bardenfleth bei Bremen unter der Baunummer 1165 der Kiel für das SM Boot JUPITER gelegt. Ein Jahr, fünf Monate und 15 Tage darauf, am 15.02.1961, war der Stapellauf. Doch bevor der Neubau zu Wasser kam, taufte Frau Dr. med. Gisela Meyer das Boot. Sie war die Gattin des Flottillenadmirals a. D. Meyer. Flottillenadmiral a. D. Meyer, der selbst 44 Jahre bei der Marine war, hielt die Taufrede und wünschte dem Boot Mast- und Schotbruch sowie allzeit gute Fahrt und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel
 

 
In Anwesenheit zahlreicher Gäste und aller Betriebsangehörigen, sowie unter dem Sirenengeheul der am Ausrüstungsponton der Werft liegenden Schiffe der Bundesmarine und einem dreifachen Hurra der Ehrenabteilung der Bundesmarine glitt der Neubau in sein Element.
 

 
Nach Fertigstellung der Arbeiten sowie dem erfolgreichen Absolvieren der Werfterprobung wurde JUPITER am 30.05.1961 als 24. Boot der SCHÜTZE-Klasse beim 3. Minensuchgeschwader in Kiel in Dienst gestellt. Die offizielle Übernahme in das 3. Minensuchgeschwader erfolgte am 02.06.1961.
 

 
Insgesamt fuhren in der rund 28-jährigen Dienstzeit des Bootes fast 1.000 Soldaten auf JUPITER, wovon die Unteroffiziere und Mannschaften den Löwenanteil stellten.
 

 
Nachdem JUPITER in den Verband des 3. Minensuchgeschwaders aufgenommen war, begann für das Boot und seine Besatzung die Zeit des vielen Übens. Einzelausbildung, Rottenausbildung, Geschwaderausbildung und einiges andere mehr. Nebenbei mussten noch eine Reihe von Minenräummanövern wie Minex oder Blue Harrier und ähnliche Manöver absolviert werden.
 

 
Am 11.03.1974 erfolgte in Anwesenheit der Kommandeure der Unterstellungswechsel vom 3. zum 5. Minensuchgeschwader. Gleichzeitig wurde die komplette Besatzung, einschließlich Kommandanten ausgetauscht, da die Besatzung des wegen eines Brandes an Bord außer Dienst gestellten SM-Bootes STEINBOCK das SM-Boot JUPITER übernahm. Mit dem Unterstellungswechsel erhielt JUPITER auch einen neuen Standort. Nachdem Kiel für das Boot 13 Jahre lang als Stützpunkt und Heimathafen gedient hatte, wurde Olpenitz nun für JUPITER der neue Heimathafen. Bis zur Außerdienststellung am 26.10.1989 im Marinearsenal Wilhelmshaven blieb Olpenitz der Heimathafen von JUPITER.
 

 
Das Boot hat im Laufe seiner Dienstzeit mehr als 200.000 SM zurückgelegt.
 

 
Am 20.01.1961 hatte die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Herten beschlossen, die Patenschaft für das SM-Boot JUPITER zu übernehmen. Der erste Besuch einer Bootsbesatzung fand in der Zeit vom 02. – 04.02.1962 statt. In dieser Zeit besuchte die komplette Besatzung in Stärke von 36 Mann unter der Führung des Kommandeurs des 3. Minensuchgeschwaders, Korvettenkapitän Connert und des Kommandanten JUPITER Kapitänleutnant Leo Slezak die Patenstadt.
 

 
Bereits zur Indienststellungsfeierlichkeit am 30.05.1961 war eine Abordnung der Patenstadt unter Leitung des Bürgermeisters Hans Senkel und der Marinekameradschaft unter ihrem Vorsitzenden Heinz Wolff und dem Leiter der Arbeitsgemeinschaft Schiffsmodellbau und Seefahrtskunde Herbert Hoffmann in Kiel.
 

 
Es wurde zur ständigen Einrichtung, dass Besuche und Gegenbesuche offiziell alle zwei Jahre zwischen dem Patenboot und der Patenstadt stattfanden. Auch wurde es zur ständigen Einrichtung, dass eine Abordnung der Stadt und der Marinekameradschaft bei jedem Kommandantenwechsel an Bord anwesend war. Bei den Besuchen der Patenbootsbesatzung in Herten erfolgte von Anfang an die Unterbringung der Soldaten bei Gastfamilien, um so auch die Glaubwürdigkeit der Patenschaft zu demonstrieren. Ein besonderer Höhepunkt für die erfreulich starken Abordnungen des Patenbootes beim Besuch in Herten war stets der Nikolausball der Marinekameradschaft Herten/Westerholt bei dem von Nikolaus, Berggeist und der heiligen Barbara die Besatzungsmitglieder zu Knappen geschlagen wurden. Dieser Nikolausball ist aus dem kulturellen Leben der Stadt Herten nicht mehr wegzudenken. Unvergesslich sind auch die zahlreichen Patenschaftsfahrten mit Seefahrten an Bord des Patenbootes zwischen Kiel und Flensburg bzw. Fehmarn.
 

 
An der Überführungsfahrt von JUPITER von Olpenitz durch den Nord-Ostsee-Kanal ins Marinearsenal Wilhelmshaven zur Außerdienststellung nahm ebenfalls eine Abordnung der Marinekameradschaft teil, um sich von „ihrem“ Patenboot und der letzten Besatzung zu verabschieden. Zuvor hatte im Sommer eine letzte Patenschaftsfahrt mit einer starken Abordnung aus Rat und Verwaltung der Patenstadt, sowie der Marinekameradschaft stattgefunden
 

Als Erinnerungsstücke an die vergangene Patenschaft zum SM-Boot JUPITER beherbergt die Marinekameradschaft die Schiffsglocke, sowie das Bauschild in ihrer JUPITER-Messe in Herten-Westerholt.






 
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